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Ingrid Maria LangIngrid Maria Lang

Die Wiener Schriftstellerin Ingrid Maria Lang, Autorin unserer Short Story „Katzengold“, erhielt 2010 für ihren Debütroman „Wassermoleküle“ den Erstveröffentlichungspreis des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.

Geboren in Oberösterreich und aufgewachsen in Niederösterreich am Ufer der Donau, lebt und arbeitet Ingrid Maria Lang seit 1968 in Wien. Obwohl viel gelobt von der Literaturkritik in Österreich, weiß sie, wie schwer es ist, als Autorin von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Besonders schwer scheint diesbezüglich der Sprung über die deutsche Grenze. „Ein paar unverständliche österreichische Begriffe, und das Buch wird aus der Hand gelegt“, bedauert die Autorin mit spitzbübischem Lächeln. Trotzdem wagte sie sich 2013 mit ihrem zweiten Roman „Glasscherbeninsel“ nach Deutschland auf Lesereise und weiß davon nur Gutes zu berichten: „Mein Wiener Charme kommt immer sehr gut an, gerade auch im Norden“, sagt sie.

Vor allem Hamburg und der Hafen haben es der Schriftstellerin angetan. Aktuell arbeit Ingrid Maria Lang intensiv an ihrem dritten Roman, denn spätestens im Sommer 2015 möchte sie damit erneut in Hamburg zu Gast sein und „endlich wieder an der Strandperle sitzen und die köstlichen Waffeln genießen“.

Die Romane

Glasscherbeninsel – Kurzvorstellung

glasscherbeninsel„Es scheint meine Bestimmung zu sein, dass immer ich derjenige sein muss, der in das Gesicht eines Toten blickt. Nein, das ist nicht ganz richtig – Adas Gesicht hatte ich nicht gesehen, dafür ein Bein, das auf groteske Weise aus einem schwarzen Nylonsack herausragte, am Fuß noch ein mit Schlamm beschmierter roter Lackpumps mit Schleife; aber vielleicht lebt dieses Bild auch nur in meiner Einbildung, ist irgendwann in einem Traum aufgetaucht, denn wie hätten die Träger nicht bemerken sollen, dass der Zipp der Plastikhülle nur zur Hälfte geschlossen war? Sie brachten sie mit dem Boot, trugen sie über den Flussdamm, legten sie in einen Blechsarg und schoben sie in den Leichenwagen(…)“

Ungeachtet aller Konventionen finden die Unternehmerkinder Lorenzo und Fee die Liebe dort, wo die Hürden zu groß für eine Erfüllung zu sein scheinen. Mit enormer Spannung und viel Poesie erzählt Ingrid Maria Lang in wechselnder Perspektive von Selbständigkeit, Toleranz und Verrat.
ISBN 978-3-902744-43-2, 300 Seiten, gebunden, Schutzumschlag.

 Wassermoleküle – Kurzvorstellung

ingrid_maria_lang-wassermolekuele„(…)’Rechnen lernt man am besten beim Kartenspielen.‘ Diese Meinung teilt er mit meinem Großvater. Bevor ich noch in der Schule zwei und zwei zusammenzählen lerne, weiß ich schon, dass die höchstmögliche Kombination beim „Black Jack“ aus einem Ass und einem Bild oder einem Zehner gebildet wird und die Bank dafür 3:2 auszahlt. „Wer lange nachdenkt, macht den falschen Zug“, erklärt er mir, wenn wir Dame oder Halma spielen(…)“

Amelie Abgott hat eine lebhafte, ungewöhnliche Familie. Der Vater ist Schweißer auf der Schiffswerft, die Mutter eine ehemals erfolgreiche Schwimmerin aus gutem Hause. Dass nichts bleibt wie es ist, sondern alles im Fluss ist, wird für Amelie zur Herausforderung des Erwachsenwerdens. Sie erkennt: „Wer sich nimmt, was er braucht zum Glücklichsein, tut das ohne Reue. Und für mich ist die Zeit gekommen zu kapieren, dass es nichts bringt, über ein verlorenes Eimerchen und eine rote Schaufel zu weinen.“ ISBN 978-3-902744-11-1, 296 Seiten, gebunden.