Alle Artikel in: kulinarium

kulinarium | Geschmack ist ein großartiger Glücklichmacher, daher richten wir hier den Fokus auf alles rund ums Schmecken und Essen, das froh macht. Es handelt sich um redaktionelle Texte, die keine entgeltliche Veröffentlichung darstellen.

Lüllau wie… Idylle

landpartie | Lüllau – das klingt schon wie eine Kreuzung aus Lummerland und Bullerbü. Und genauso fühlt es sich an, wenn man in der Nachmittagssonne über das alte Kopfsteinplaster in den Biergarten des Brookhoff in Lüllau gelangt. Der Mühlenteich, die alte Wassermühle, der Dorfkrug, ein Backhaus und das große Bauernhaus aus Fachwerk nähren das Gefühl, ein Juwel gefunden zu haben. Auf unserer Fahrt ins Blaue suchten wir „irgendeinen netten Landgasthof“ hinter Harburg, aber das gestaltete sich schwierig, so dass wir tiefer ins Niedersächsische vordrangen als geplant. Und dann überrascht uns der Brookhoff mit dieser Idylle. Wir erfahren, dass das ganze Ensemble unter Denkmalschutz steht und auch schon NDR-Drehort für „Heimatgeschichten“ war.  Der zum Brookhoff gehörende Dorfkrug am Mühlenteich ist in Lüllau so etwas wie das Herz des zu Jesteburg gehörenden Dorfes am Nordrand der Lüneburger Heide. Hier gibt es zuallererst Klönschnack und dann Bierchen oder Kaffee und selbst gebackene Kuchen. Eigentlich nur ein paar Handbreit von der Harburger Straße (L213) entfernt, sitzt man im Hof jenseits des Straßenlärms, umgeben von plätscherndem Wasser und beispielhaft entspannten Enten und Gänsen. 2012 wurde der Dorfkrug im ehemaligen Kuhstall eröffnet. Er wurde im Stile alter, ländlicher Wirtschaften gestaltet, rustikal und …

Cafe Alte Zeiten, Schattin © syr/gynt.eu

Alte Zeiten mit viel Leben gefüllt

landpartie | Romantik, Nostalgie und viel Herzblut stecken im Hofcafé Alte Zeiten in Schattin an der Mecklenburgischen Landesgrenze. Wer einmal Detlev Bucks Film „Hände weg von Mississippi“ gesehen hat – hier auf dem Hof in Schattin fühlt man sich wie im idyllischen Film-Set, auch wenn der tatsächliche Drehort Rögnitz war. Die Dörfer im einstigen Grenzgebiet oberhalb des Ratzeburger Sees lagen viele Jahre im Dornröschenschlaf. Und es ist kein Widerspruch, dass dieser Stillstand sie heute stark macht. Nicht nur, dass sich die Natur rund um Schattin jahrzehntelang ungestört entfalten konnte, viele historische Höfe und Gebäude waren zwar verfallen, aber es gab sie noch! Mit der Zeit wurden und werden immer mehr der Reet- und Fachwerkbauten rekonstruiert und neu aufgebaut. So auch die aus dem 17. Jahrhundert stammende Büdnerei, in der sich heute das Café Alte Zeiten mit seiner wunderschön gestalteten Diele und gemütlichen Sitznischen befindet. Selbstgebackene Kuchen und Torten laden bei gutem Wetter auch in den idyllischen Kaffeegarten ein. Hier sitzt man unter Obstbäumen, während die liebevolle Szenerie mit teils frei herum hoppelnden Kaninchen, Hühnern und Knut, dem Pony, eine fast schon …

Schnittlauchbrot © augenblick-fotodesign.com

Raus aus dem Quark

kulinarium | Vergesst doch mal den Quark! Im Norden ist das Schnittlauchbrot noch immer ein Exot. Wir entdeckten es gerade erst in Wien. Ein Plädoyer für neue Gewohnheiten. Frisch in Röllchen geschnitten und verspeist, entfaltet der Schnittlauch sein Aroma und seine Wirkung am intensivsten. Schnittlauch ist nicht nur ein wohlschmeckendes Würzmittel, sondern auch noch eine Heilpflanze. Wie alle Laucharten wirkt er schleimlösend, harntreibend und antibakteriell, er vertreibt die Müdigkeit und liefert Vitamin C. Für den gesamten Magen- und Darmtrakt ist er eine Wohltat. Was viele nicht wissen: Neben den saftig grünen Stengeln kann auch die dekorative violette Blüte komplett verspeist werden – zum Beispiel im Salat. Das Schnittlauchbrot kann man in Bayern und Österreich auf jeder Frühstückskarte entdecken. Es ist ein schlichtes Butterbrot, komplett belegt mit Schnittlauchröllchen. In eleganteren Lokalen wird der Schnittlauch zum Selbstdosieren in kleinen Schälchen serviert. In Norddeutschland hingegen landet der Schnittlauch morgens im Quark. Hier scheint das Schnittlauchbrot noch völlig unbekannt. Bis heute, wie wir hoffen. Ob Schwarzbrot oder Grau-/Mischbrot – da sind wir übrigens großzügig. Hauptsache Schnittlauch. „Das Schnittlauchbrot wird im höchsten Maße unterbewertet“, finden auch die Macher der …

Gut gelaunte Gäste

berlin | Rappeldickevoll ist es an diesem Samstagabend. Wie schon bei unserem ersten Besuch – mitten in der Woche, im letzten Winter. Wir haben wieder nicht reserviert. Jede Bank, jeder Stuhl scheint besetzt, aber der resolute Kellner, der uns in Empfang nimmt, zaubert dennoch einen schönen Platz hervor. Die Lautstärke im Restaurant Hasir in Berlin-Schöneberg ist nichts für Candlelight-Dinner. Aber das Hasir ist ein Platz zum Staunen, Wohlfühlen und Entdecken. Die handgemalten Fresken an den Wänden leuchten in einem fast überirdischen Meerwasser-Türkis. Die übrige Einrichtung ist schlicht, authentisch und im Detail immer wieder besonders – wie der gesamte Betrieb. Die umfangreiche Karte bietet die Vielfalt der türkischen Küche, gut und sättigend ohne Chi Chi – geeignet auch für Vegetarier. Hasir bedeutet „Strohteppich“ und soll für Bodenständigkeit und die ländliche Herkunft der Familie Aygün stehen. 1984 begannen sie in Kreuzberg mit einem Grillrestaurant, heute gibt es das Hasir an sechs Standorten in Berlin. Der Umgang mit den Gästen ist so freundlich und wenig aufgesetzt, dass wir uns sofort wohl fühlen. „So mag ich das“, sagt meine Begleitung. In großen Stapeln wird das abgeräumte Geschirr im Laufschritt …