Alle Artikel in: literatur

literatur | Die Entwicklung der Kurzgeschichte ist eng verknüpft mit der Entstehung der Zeitschriften. Short Stories bereicherten die Bandbreite der Magazine durch ihren fiktiven Stil. Im deutschsprachigen Raum wurde die Kurzgeschichte nach 1945 strengen formalen Regeln unterworfen. Dies mag ein Grund sein, dass ihr über den Schulunterricht hinaus bis heute wenig Bedeutung zukommt. Seit Ende der 60er Jahre ist sie aus Zeitschriften und Zeitungen fast komplett verschwunden. Bei g[y]nt betrachten wir die Kurzgeschichte als Kunstform, nicht „als Schreibübung für Romane“ und möchten die alte Tradition neu beleben – mit stilistischer Freiheit.

ABGESAGT! Kein Literaturpreis 2016

Der 2. g[y]nt Literaturwettbewerb 2016 wurde vorzeitig beendet! Leider müssen wir Sie in Kenntnis setzen, dass der Literaturwettbewerb 2016 am 10. Februar vorzeitig beendet wurde. Grund ist die enttäuschende Resonanz auf die Ausschreibung, die nahelegt, dass das veränderte Konzept (Anthologie statt Preisgeld) nicht funktioniert. Es ist nach einem Ausschreibungsmonat absehbar, dass nicht genug Beiträge eingereicht werden, um unsere Vorstellung von einem wirklichen Wettbewerb zu erfüllen. Daher hat sich die Jury entschieden, die Ausschreibung sofort zu stoppen. Die Information wird heute auch über Facebook verbreitet und der Beitrag aus der Autorenwelt/Uschtrin entfernt. Sollten Sie über ein anderes Portal auf die Ausschreibung aufmerksam geworden sein, dann informieren Sie bitte den Anbieter. gynt hat die Ausschreibung nur über diese Website und die Autorenwelt veröffentlicht. Nachdem wir im ersten Jahr 1024 Wettbewerbsbeiträge erhalten hatten – nach vier Wochen waren es 2015 bereits mehrere hundert (!), ist in diesem Jahr die Resonanz vernichtend gering. Es ist daher nicht absehbar, dass wir genug TeilnehmerInnen finden, um einen qualitativ hochwertigen Wettbewerb durchzuführen. Insofern wird der Wettbewerb 2016 ersatzlos gestrichen und das Konzept für Künftiges neu überdacht. Mit Bedauern, gynt, …

gynt literaturpreis 2016

Literaturpreis 2016 – Vorschau

literatur | Die Vorbereitungen für den 2. gynt Literaturpreis laufen bereits. Wir haben hinzu gelernt, auch verschiedene Bitten berücksichtigt, und daher wird es 2016 ein paar Änderungen geben: Der Ausschreibungszeitraum wird verkürzt. Die eingereichten Kurzgeschichten/Short Stories müssen bisher unveröffentlicht sein. Die Textlänge darf 1600 Wörter nicht überschreiten. Die Teilnahme wird ab 16 Jahren möglich sein (mit Einverständniserklärung eines Elternteils). Es können deutsche Übersetzungen anderssprachiger Autorinnen und Autoren teilnehmen, soweit sie alle Kriterien erfüllen. Es wird auch 2016 wieder einen Sonderpreis Comic geben. Das Thema des Wettbewerbs wird zum Ausschreibungsstart bekannt gegeben. Die Ausschreibung für den Kurzgeschichtenwettbewerb startet am 10. Januar 2016 und endet am 31.03.2016, um 23.59 Uhr. Wir hoffen auf eine ähnlich große Resonanz wie im Vorjahr. Seitenfoto: Lena Benita/gynt.eu

Der Gefühlsprofiler – Sachbuch

buchempfehlung | Tatort: Seele. Was tun, wenn uns Schicksalsschläge aus der Bahn werfen, wenn wir bei Verletzungen am liebsten zum direkten Gegenschlag ausholen möchten, und alles im Chaos zu versinken droht? „Der Gefühlsprofiler“, unser ganz persönlicher innerer Ermittler, mahnt zur Besonnenheit. Er verschafft sich einen Überblick, macht sich an die Sicherung des Tatortes und der Beweismittel – und glättet so langsam die Wogen. Miriam Kalliwoda hat eine ungewöhnliche und spannende Methode entwickelt, mit der wir unser Gefühlschaos ordnen und zu mehr Seelenfrieden finden können. Die Autorin Miriam Kalliwoda ist Kriminaloberkommissarin bei der Berliner Polizei. Seit mehr als 15 Jahren hat sie täglich mit schwersten Verbrechen, erschreckenden Tatorten und Menschen in Not- und Ausnahmesituationen zu tun. Um diesen Situationen bestmöglich zu begegnen und die Erfahrungen im Nachhinein auch verarbeiten zu können, absolvierte sie verschiedene Zusatzausbildungen, unter anderem zur Psychologischen Beraterin. Durch ihre polizeiliche Ermittlungsarbeit kam sie darauf, dass sich auch das Seelenleben mit einer Tatortbegehung, Beweismittelsicherung und Zeugenvernehmungen hervorragend untersuchen und reflektieren lässt. Denn jetzt nimmt ein professioneller innerer Ermittler oder auch eine Ermittlerin die Sache in die Hand. Nordwestradio – Radio Bremen: Telefon-Interview von Moderator Hans-Heinrich Obuch mit Miriam Kalliwoda   Miriam Kalliwoda: Der Gefühlsprofiler – Wie wir im Chaos …

Glasscherbeninsel – Roman

buchempfehlung | „Es scheint meine Bestimmung zu sein, dass immer ich derjenige sein muss, der in das Gesicht eines Toten blickt. Nein, das ist nicht ganz richtig – Adas Gesicht hatte ich nicht gesehen, dafür ein Bein, das auf groteske Weise aus einem schwarzen Nylonsack herausragte, am Fuß noch ein mit Schlamm beschmierter roter Lackpumps mit Schleife; aber vielleicht lebt dieses Bild auch nur in meiner Einbildung, ist irgendwann in einem Traum aufgetaucht, denn wie hätten die Träger nicht bemerken sollen, dass der Zipp der Plastikhülle nur zur Hälfte geschlossen war? Sie brachten sie mit dem Boot, trugen sie über den Flussdamm, legten sie in einen Blechsarg und schoben sie in den Leichenwagen(…)“ Konventionen regeln das Zusammenleben. Doch häufig beschränken sie uns im Denken und unserer Entfaltung, entscheiden über Glück oder Leid. So auch im Leben von Fee und Lolo – Sprösslinge einer neureichen Unternehmerfamilie aus Rainbruck, einer imaginären Provinzstadt in der Nähe von Wien. In der Kriegs- und Nachkriegszeit hat die Familie Bariello stetig an Einfluss gewonnen. Man glaubt in den 60er Jahren an das …

kurzgeschichten wettbewerb - Foto: luthien./ap

Literaturpreis 2015 – Die Preisträger

literaturpreis 2015 | Mit großer Freude geben wir die Preisträger bzw. Preisträgerinnen unseres 1. g[y]nt Literaturpreises 2015 bekannt. Bis zum Einsendeschluss am 31. März 2015 erreichten uns insgesamt 1024 Wettbewerbsbeiträge zum Thema „Fundstücke“. Es war nicht einfach, der Vielzahl gerecht zu werden, aber der Wettbewerb hat alle Beteiligten über Monate begeistert und gefangen genommen. Unsere Arbeit war unentgeltlich, und wir haben die Zeit, die wir investierten, nicht gemessen. Unbezahlbar war aber auch, was wir durch diesen Wettbewerb über Literatur gelernt haben. „Bühne frei“ für die Autorinnen und Autoren der Plätze 1 bis 3 und für den Sonderpreis Comic – mit einem Klick auf das jeweilige Bild gelangen Sie zu den Geschichten. Aktualisiert finden Sie unten die Liste der in der Top 10 platzierten Autoren.       Plätze 4 bis 10 4. Platz | Findelkindheit  – Heike Hartmann-Heesch, Hamburg 5. Platz | Lolita Bar – Daniel Wehnhardt, Kassel 6. Platz | Das bisschen Licht im Dunkeln – Lesli Omohundro-Bronczkowski, Wenzendorf 7. Platz | Vom anderen Ufer – Bettina Cordes, Visselhövede 8. Platz | Wer nicht suchet, der nicht findet – Nicole Thele, Flekkefjord/Norwegen 9. Platz | ***Nennung nicht autorisiert*** 10. Platz | ***Nennung …

Literaturpreis 2015 - Die Schaedel von Michael Wenzel, 1. Preis.

1. Preis | Die Schädel

preisträger 2015  | Statt halbe tote Schweine im Schlachthaus herumzuschleppen, arbeitete ich in dem Sommer auf dem Friedhof. Was von der Löhnung her ein Abstieg war und mich nicht weit wegbrachte von der Hinfälligkeit des Fleisches. Aber es war ein netter Ort, muss ich sagen. Sonnenpfützen und Schattenflecken lagen hübsch beieinander, Eichkatzen turnten die Bäume rauf und wieder runter, und auf einer Bank, hinten an der Mauer, hockten die Tippelbrüder und soffen Wermut. Hockten da, und manchmal sagte einer, als hätte er eine Botschaft zu verkünden: „Du, da lieg ich au bald.“ Und dann sagte einer nach einer angemessenen Zeit der Besinnung: „Genau“ und rülpste, was eine noch nachhaltigere Form der Bestätigung war. Ich schob eine Blechkarre durch die Gegend, schaffte verdorrte Kränze weg, harkte Kieswege, wo alte Frauen entlangschlurften. In der Hand die grüne Gießkanne aus Plastik, den Buckel schon nach unten gebeugt. Ab und an ackerte ich im Komposthaufen. Da sah ich die fetten, weißen Würmer und dachte dran, was ihr Geschäft ist. Zwischen verwitterten Marmorengeln, die schon händeringend zum Himmel aufsteigen wollten, …

2. Preis Literaturpreis Zeit aus Eis von Ilka Haederle

2. Preis | Zeit aus Eis

preisträger 2015 | Seit gestern treibe ich auf dem Eis. Der Sturm, der tagelang getobt hat, schweigt. Durch das Fenster sehe ich die zerborstenen Masten unseres Schiffes. Die Sonne wirft ihr letztes Licht auf das Nordmeer. In den Augen der Eisbären spiegelt sich die Schönheit des Todes. Hungrig umkreisen sie meine Hütte, ihre Krallen haben tiefe Rillen in die Blechwände geritzt. Wir treiben auf einer Eisscholle, die sich vom Gletscher abgespalten hat. Wäre ich nicht eingeschlafen, lägen wir in sicherem Hafen. Mit dem Frachter verschwindet auch unser Neodym im Meer. Die Eisschicht war so unerwartet dünn gewesen, dass wir kaum Mühe hatten, das wertvolle Erz zu fördern. Die gefüllten Bohrkerne machten uns übermütig. Keiner von uns hatte sich jemals so weit nach Norden gewagt. Das große Geld wollten wir machen nach den kargen Jahren. Fünf waren wir zu Anfang. Jetzt bin ich alleine. Nur Keko, unser Hund, ist noch bei mir. Er ist der einzige, der den Mut nicht verloren hat. Wir glaubten uns vertraut mit den Bedingungen des Eismeeres, seinen plötzlichen Wetterumschwüngen. Bis am …

Taxi nach Zehlendorf von J.T.A. Wegberg

3. Preis | Taxi nach Zehlendorf

preisträger 2015 | In meinem Taxi ist schon alles Mögliche zurückgelassen worden: Handys, Brillen, Geldbörsen, Taschen und Kleidungsstücke sind Standard. Ich habe aber auch schon einen WC-Deckel, einen E-Book-Reader, eine Tüte mit Räucherfisch und zwei Gramm Kokain gefunden. Gerade eben erst habe ich einer jungen Frau ihr Bahnticket hinterhergetragen, das sie auf dem Armaturenbrett hatte liegenlassen. Ihr Zug fuhr gerade ein, als ich die letzten Stufen der Rolltreppe zum Gleis hochjagte. Ich schließe mich der Reihe wartender Kollegen vor dem Hauptbahnhof an und werfe einen Blick auf die Uhr: kurz vor elf. Noch eine letzte Fuhre, dann mach ich Schluss für heute – wenn ich Glück habe, kann ich um Mitternacht zu Hause sein. Die Taxis vor mir fließen zügig ab; immer neue Reisende strömen aus dem Bahnhof heraus. Touristen zücken ihre Kameras und fotografieren die prachtvoll beleuchtete Silhouette aus Reichstag, Bundeskanzleramt und Fernsehturm, die sich ihnen am Ausgang Friedrich-List-Ufer bietet, Geschäftsleute dagegen steuern zielstrebig auf unsere elfenbeinfarbene Armada zu. In den Wagen vor mir steigt ein dicker Schwarzer in einem farbenprächtigen, langen Gewand und …

Wer es findet, darf es behalten

© Nicole Knötig Nicole Knötig – Zeichnerin & Autorin Nicole Knötig wurde 1986 in Heidelberg geboren. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. 2014 holte sie ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. Derzeit arbeitet sie wieder in ihrem erlernten Beruf und beginnt voraussichtlich im Oktober ein Studium. Schon seit der frühsten Kindheit hat sie gerne geschrieben und besonders gemalt. In beiden Bereichen hat sie vieles ausprobiert. Im Comic Genre vereinten sich schließlich diese Leidenschaften. Der Comic Stil ist auch deutlich in ihrer Malerei wieder zu erkennen.    

punkrock © Frank-Waßerführer

Literaturpreis 2015 – Hinter der Kulisse

Der Literaturpreis 2015 möchte einen kurzen Blick hinter die Kulisse gestatten. Es sind sehr unterschiedliche Geschichten nominiert, erfahrenere und unerfahrene Autorinnen und Autoren, klassische und experimentellere Erzählformen. Die Kurzgeschichten der Plätze 1 bis 3 und der Sonderpreis Comic werden am 1. Mai 2015 bei uns veröffentlicht. Die 10 Finalisten wurden bereits informiert, dass Ihre Beiträge unter die besten Zehn gekommen sind. Der Verlauf Der Kurzgeschichtenwettbewerb wurde am 21. September 2014 online gestellt. In den nächsten Tagen wurden verschiedene Ausschreibungs-Portale informiert. Am 1. Oktober gingen die ersten 21 Wettbewerbsbeiträge ein. Wir starteten mit dem Lesen. Bis zum Jahreswechsel waren wir überrascht von der Vielzahl der Eingänge, aber wir fühlten wir uns beim Sichten noch in der „Komfortzone“. Seit Januar 2015 ist der journalistische Betrieb bei g[y]nt durch den Wettbewerb ausgehebelt. Im März wurden wir von den eingesandten Beiträgen schließlich komplett überrollt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber bereits so geschult im Lesen, dass alle wussten, wo die Reise hingehen könnte. Aus 2014 sind nun zwei Kurzgeschichten in der Top 10, acht Platzierte sind 2015 eingegangen. Die Top 10 In der engeren Auswahl für die Top …