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Bassena in Wien © syr

Bassena in Vienna

hinterhof | Bassena werden in Wien und Österreich die zentralen Wasserstellen in alten Mietshäusern genannt. Zu einer Zeit, als die einzelnen Wohnungen noch nicht an die Wasserversorgung angeschlossen waren, wurde im Hof oder auf den Gängen das Wasser an der Bassena geholt. Die schön verzierten, historischen Becken kann man heute noch in Wien auf vielen Hinterhöfen entdecken. Teils liebevoll gepflegt, teils zweckentfremdet oder schlicht vergessen. Ihre sozialgeschichtliche und antiquarische Bedeutung wird erst langsam wiederentdeckt. Bassena ist eine Abwandlung des französischen Wortes Bassin für Becken mit einer individuell-österreichischen Endung. Die Bassena war früher der zentrale Treffpunkt der Hausbewohner, so dass dieses Wort im sozialen Gedächtnis bis heute durchaus eine negative Konnotation hat: Was man weitläufig als Tratsch im Treppenhaus kennt, war  in Wien der Bassena-Tratsch, denn er fand beim Wasserholen statt. Der Tratsch führte zu übler Nachrede, Streit, Beleidigungen und Klagen, die in viel beachteten und gut besuchten Gerichtsverfahren gipfelten. Die zwar wegen ihres enormen Unterhaltungswertes geschätzten „Bassena-Prozesse“ sorgten damit aber auch für den negativen Beigeschmack, der dem Wort und dem Image der Becken bis heute beiwohnt. Foto: Bassena 1. Bezirk © syr/gynt.eu

Schnittlauchbrot © augenblick-fotodesign.com

Raus aus dem Quark

kulinarium | Vergesst doch mal den Quark! Im Norden ist das Schnittlauchbrot noch immer ein Exot. Wir entdeckten es gerade erst in Wien. Ein Plädoyer für neue Gewohnheiten. Frisch in Röllchen geschnitten und verspeist, entfaltet der Schnittlauch sein Aroma und seine Wirkung am intensivsten. Schnittlauch ist nicht nur ein wohlschmeckendes Würzmittel, sondern auch noch eine Heilpflanze. Wie alle Laucharten wirkt er schleimlösend, harntreibend und antibakteriell, er vertreibt die Müdigkeit und liefert Vitamin C. Für den gesamten Magen- und Darmtrakt ist er eine Wohltat. Was viele nicht wissen: Neben den saftig grünen Stengeln kann auch die dekorative violette Blüte komplett verspeist werden – zum Beispiel im Salat. Das Schnittlauchbrot kann man in Bayern und Österreich auf jeder Frühstückskarte entdecken. Es ist ein schlichtes Butterbrot, komplett belegt mit Schnittlauchröllchen. In eleganteren Lokalen wird der Schnittlauch zum Selbstdosieren in kleinen Schälchen serviert. In Norddeutschland hingegen landet der Schnittlauch morgens im Quark. Hier scheint das Schnittlauchbrot noch völlig unbekannt. Bis heute, wie wir hoffen. Ob Schwarzbrot oder Grau-/Mischbrot – da sind wir übrigens großzügig. Hauptsache Schnittlauch. „Das Schnittlauchbrot wird im höchsten Maße unterbewertet“, finden auch die Macher der …