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Wenn Seelen übers Moor spazieren

Grundloser Kolk Mölln © syr/gynt.eu

untiefe | Der Grundlose Kolk bei Mölln ist ein atmosphärischer Ort, der zu jeder Jahreszeit ein faszinierendes Farbenspiel bietet. Das besondere Licht, der Nebel und das Moor beflügeln die Fantasie und die Emotionen. Man findet den sagenumwobenen Moorsee versteckt in einem Talkessel im Wildpark Uhlenkolk. Und da der Wildpark rund um die Uhr geöffnet ist, finden sich wahre Kolk-Liebhaber in der Morgen- und Abenddämmerung oder sogar nachts ein, um die besondere Atmosphäre zu genießen.

Grundloser Kolk Mölln © syr/gynt.eu

Entstanden ist der Grundlose Kolk vor 14.500 Jahren, als die Gletscher der letzten Eiszeit zu tauen begannen. Das obere Schmelzwasser stürzte durch Spalten ins Innere des Eises und kreiselte dort – bis diese „Gletschermühle“ riesige, runde Mulden in den Untergrund spülte. „Grundlos“ bedeutet, dass der Untergrund Wasser nicht abfließen lässt, so dass sich der Wasserstand ausschließlich über Niederschlag und Verdunstung regelt. Es liegt also fast immer Wasserdampf über dem See und seiner Moorlandschaft.

Der Nebel und der Wald machen den Toteissee ein wenig unheimlich, und so gibt es reproduzierbare Geschichten von im See versunkenen Kirchtürmen, nächtlichem Glockenläuten, Wehklagen und ruhelosen Seelen, die über das Moor wandern – wie es sie von jedem Kolk, vielen Seen und fast jedem Moor gibt. Ein Kirchturm aber hat sich in diesem eiszeitalten See sicherlich nie befunden, und zuviel Grusel lenkt von der Naturschönheit ab. Der See ist an Wochentagen ein Ort der Stille – ein Platz zum Nachdenken und – ok – die Seele übers Moor spazieren lassen ;-).

Grundloser Kolk Mölln © syr/gynt.euDer Kolk ist eine der weniger beachteten Attraktionen des weitläufigen Naturparkzentrums Uhlenkolk. Familien besuchen vor allem die zahlreichen Wildgehege mit heimischen Tieren, den Streichelzoo und den ebenfalls sehenswerten Findlingsgarten mit einer Sammlung von mehr als 40 großen Gesteinsbrocken aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Im Naturparkzentrum hat sich in den letzten Jahren viel getan. Wer die Ruhe sucht, eine Anregung für den Familienausflug braucht oder einfach mehr wissen möchte über Natur und Fauna, der sollte einen Blick in den Veranstaltungskalender werfen, um den richtigen Tag für einen Besuch auszuwählen.

Man darf nicht müde werden zu betonen: Alles umsonst und draußen. Spenden sind natürlich willkommen.

Alle Fotos im sonnigen November aufgenommen;  © syr/gynt.eu

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