hinterhof, metropolen, vienna
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Bassena in Vienna

Bassena in Wien © syr

hinterhof | Bassena werden in Wien und Österreich die zentralen Wasserstellen in alten Mietshäusern genannt. Zu einer Zeit, als die einzelnen Wohnungen noch nicht an die Wasserversorgung angeschlossen waren, wurde im Hof oder auf den Gängen das Wasser an der Bassena geholt.

Die schön verzierten, historischen Becken kann man heute noch in Wien auf vielen Hinterhöfen entdecken. Teils liebevoll gepflegt, teils zweckentfremdet oder schlicht vergessen. Ihre sozialgeschichtliche und antiquarische Bedeutung wird erst langsam wiederentdeckt. Bassena ist eine Abwandlung des französischen Wortes Bassin für Becken mit einer individuell-österreichischen Endung.

Die Bassena war früher der zentrale Treffpunkt der Hausbewohner, so dass dieses Wort im sozialen Gedächtnis bis heute durchaus eine negative Konnotation hat: Was man weitläufig als Tratsch im Treppenhaus kennt, war  in Wien der Bassena-Tratsch, denn er fand beim Wasserholen statt. Der Tratsch führte zu übler Nachrede, Streit, Beleidigungen und Klagen, die in viel beachteten und gut besuchten Gerichtsverfahren gipfelten. Die zwar wegen ihres enormen Unterhaltungswertes geschätzten „Bassena-Prozesse“ sorgten damit aber auch für den negativen Beigeschmack, der dem Wort und dem Image der Becken bis heute beiwohnt.

Foto: Bassena 1. Bezirk © syr/gynt.eu

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