gleisweg, landpartie

Zeitzeuge 276

Streckenkilometer 276 - Foto: gynt.eu

gleisweg | Die leuchtend gelbgrüne Flechte und die Witterung setzen ihm zu, aber Kilometerstein 276, Zeitzeuge der alten Bahnlinie Schwarzenbek – Bad Oldesloe, versieht noch immer aufrecht seinen Dienst. Meist sonnenbeschienen ist 276 ein beliebtes Fotomotiv bei Radfahrern – und bei Geocachern, die schräg gegenüber meist vergeblich den Knick durchwühlen.

1976 fuhr auf der 1887 in Betrieb genommenen Preussischen Eisenbahnstrecke im Südosten Schleswig-Holsteins der letzte Personenzug. Heute ist ein großer Teil der ehemaligen Bahntrasse ein idyllischer Radwanderweg, der von Trittau bis Bad Oldesloe überwiegend auf alten Bahndämmen durch die Hügellandschaft führt.

Kilometerstein 277 zwischen Lasbek-Dorf und Ortsteil Barkhorst - Foto: gynt.euSo auch bei Streckenkilometer 276 und 277, den zwei Betonsteinen, die sich heute noch auf dem Abschnitt zwischen Mollhagen und Lasbek-Barkhorst finden. Sie gehören zu den Letzten ihrer Art und sind noch gut erhalten. Der Radwanderweg zwischen Bad Oldesloe und Trittau ist wegen der schönen Streckenführung durch Wald und Feld und wegen seiner idyllischen Hohlwege sehr beliebt. Er weist nur geringe Steigungen auf und wird auch als alternativer Verbindungsweg zwischen den Gemeinden benutzt. Insbesondere zwischen den Kilometersteinen bei Lasbek ist die Trasse sonn- und werktags mit Joggern, Radfahrern, Spaziergängern und Hundebesitzern belebt.

Aus Hamburg oder Lübeck kommend kann man sein Rad in der Bahn transportieren – der Regionalexpress fährt ca. 25 Min. ab Hauptbahnhof. Dann radelt man bis Trittau der Sonne entgegen. Oder Sie biegen bereits in Lütjensee ab, um über Hoisdorf und Siek bis Großhansdorf zu fahren. Denn wer an weiteren „Bahnrelikten“ interessiert ist, kann bei Großhansdorf noch nach den weit älteren Überresten des Geisterbahnhofs „Beimoor“ Ausschau halten. Der damals geplante Bau einer Rüstungsfabrik und einer Irrenanstalt am Beimoor blieb der Gegend erspart, und der 1914 bereits fertiggestellte Bahnhof wurde somit in der Feldmark zur Fehlplanung. Die Überreste sind heute noch gut erkennbar, werden teils von Fledermäusen bevölkert und sind zu weiten Teilen von der Natur zurückerobert, wie es auf der Website hamburger-untergrundbahn.de sehr schön skizziert ist.
Von Großhansdorf geht es dann mit der U1 zurück in die City.