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Gut gelaunte Gäste

hasberlin | Rappeldickevoll ist es an diesem Samstagabend. Wie schon bei unserem ersten Besuch – mitten in der Woche, im letzten Winter. Wir haben wieder nicht reserviert. Jede Bank, jeder Stuhl scheint besetzt, aber der resolute Kellner, der uns in Empfang nimmt, zaubert dennoch einen schönen Platz hervor. Die Lautstärke im Restaurant Hasir in Berlin-Schöneberg ist nichts für Candlelight-Dinner. Aber das Hasir ist ein Platz zum Staunen, Wohlfühlen und Entdecken. Die handgemalten Fresken an den Wänden leuchten in einem fast überirdischen Meerwasser-Türkis. Die übrige Einrichtung ist schlicht, authentisch und im Detail immer wieder besonders – wie der gesamte Betrieb. Die umfangreiche Karte bietet die Vielfalt der türkischen Küche, gut und sättigend ohne Chi Chi – geeignet auch für Vegetarier. Hasir bedeutet „Strohteppich“ und soll für Bodenständigkeit und die ländliche Herkunft der Familie Aygün stehen. 1984 begannen sie in Kreuzberg mit einem Grillrestaurant, heute gibt es das Hasir an sechs Standorten in Berlin.

Der Umgang mit den Gästen ist so freundlich und wenig aufgesetzt, dass wir uns sofort wohl fühlen. „So mag ich das“, sagt meine Begleitung. In großen Stapeln wird das abgeräumte Geschirr im Laufschritt quer durch das Restaurant, die Stiege hoch und in die Spülküche befördert. Die Kellner und Köche scherzen miteinander und mit den Gästen, und sie beherrschen die kleinen Gesten: Eine allein essende, ältere Dame bekommt eine Rose auf den Tisch gestellt. Sie lächelt noch eine ganze Zeit versonnen. Schön. Dieses Restaurant macht tatsächlich gute Laune.

Hasir Restaurant, Maaßenstraße 10, 10777 Berlin, Tel. 030-2156060, www.hasir.de
Hasir gibt es mehrmals in Berlin, wir waren nur in Schöneberg. Foto: © gynt.eu

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