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„Vun Hus un Hoff“ und Schießpulver

landpartie | Alte Landmaschinen, historische Geräte und Haushaltsgegenstände: Das Landmuseum „Vun Hus un Hoff“ in Linau gibt Einblick in alte Zeiten – vor, während und nach der Industriellen Revolution auf dem Dorfe.

Museum Vun Hus un Hoff - Bandsäge | Foto: Sonja FunkeDas kleine Museum der Linauer Oldtimer Gemeinschaft e.V. (L.O.G.) ist mit viel Idealismus und Engagement aufgebaut worden und besteht seit 2005. Der Verein restauriert, pflegt und bewahrt historische Fahrzeuge und alte Land- und Haustechnik. So findet man hier neben den mobilen Steckenpferden des Vereins – alten Traktoren, Autos, Motorrädern, Mopeds und Fahrrädern – auch verschiedenste historische Gebrauchsgegenstände und Maschinen von Höfen, aus Werkstätten und ländlichen Manufakturen. Dazu gehören beispielsweise eine wieder aufgebaute alte Schmiede und eine sehenswerte alte Bandsäge aus der ehemaligen Pantoffelmacherei in Mollhagen.

Küchen- und Haushaltsgegenstände | Museum Linau - Foto: Sonja Funke Gleich neben dem Museum an der Kreisstraße 11 zwischen Schönberg und Linau liegt ein liebevoll gestalteter kleiner Rastplatz mit Findlingen und einem „Alten Schweden“, der in diesem Fall nicht nur ein großer Fels ist, sondern ein „Kulturdenkmal für historische Arbeitsmethoden in der Steinbearbeitung“!

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Vor etwa 200 Jahren hatten Bauern versucht, den großen Stein, der möglicherweise bei der Feldarbeit im Wege war oder als Baumaterial genutzt werden sollte, klein zu kriegen. Mittels Hammer und Kreuzmeißel war der Fels dafür in mühevoller Handarbeit mit Bohrlöchern versehen, mit Schießpulver gefüllt und gesprengt worden.  Doch etwas ging trotz Sprengung schief. Vielleicht waren die Steine immer noch zu groß und die Sprengmeister gaben auf. Jedenfalls blieben alle 12 Bruchstücke unbewegt liegen. Erst 2001 wurde der Findling im Ackerboden wiederentdeckt. Und wegen der besonderen Lage der Steine wurde zunächst vermutet, dass man bei der Feldarbeit auf ein Hünengrab gestoßen sei.

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Wie so viele Großfindlinge wurde auch dieser Fels aus Rosa-Vexjö-Granit mit den Gletschermassen der Eiszeit von Småland bis nach Schleswig-Holstein geschoben und so liegt er seit mehr als 20.000 Jahren in Linau-Busch.

Einzigartig bei diesem Findling ist, dass noch alle Bruchstücke wie ein Puzzle vorhanden sind, und man die Sprengung somit genau nachvollziehen kann. Um diesen besonderen Fund zu erhalten, wurde auf dem neuen Liegeplatz beim Museum die Ausrichtung und Positionierung der Steine genau so rekonstruiert, wie man sie gefunden hatte.

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Das Museum „Vun Hus un Hoff“ öffnet an festen Terminen im Jahr seine Pforten, die auf der Internetseite des Vereins veröffentlicht werden. Gruppen ab 10 Personen können sich aber das ganze Jahr über telefonisch für eine Besichtigung anmelden.
„Anglühen“ ist traditionell Ende April, „Abglühen“ im Oktober. Mehr Informationen bei der Linauer-Oldtimer-Gemeinschaft e. V., Linau-Busch 1c, 22959 Linau.

Einen Besuch des Museums kann man wunderbar mit einer Besichtigung der Linauer Burganlage verbinden. Ein Modell der Burg findet sich auch im Museum.

Fotos: © Sonja Reiche/gynt.eu